Bauen mit Holz
Bayern ist ein Waldland. Rund ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt, und fast eine Milliarde Kubikmeter Holz stehen in Bayerns Wäldern. Holz ist ein Baustoff mit langer Tradition und zugleich hochmodern.
Gemäß den Beschlüssen des Bayerischen Landtags wird Holz bei einer großen Anzahl von staatlichen Projekten verwendet, wenn die funktionalen, konstruktiven und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies zulassen. Darüber hinaus finden sich interessante Projekte auch im geförderten sowie experimentellen Wohnungsbau.
Staatlicher Hochbau
Der Baustoff Holz spielt mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bei staatlichen Baumaßnahmen bereits seit vielen Jahren eine maßgebliche und oftmals beispielgebende Rolle. Die Förderung einer vielfältigen und qualitativ hochwertigen Architektur umfasst in besonderer Weise auch die Realisierung vorbildhafter Gebäude aus Holz. Einige ausgewählte Projektbeispiele aus den vielen ausgeführten Maßnahmen zeigen, welche Möglichkeiten der Baustoff bietet.
Das erste Gebäude „Cube One“ (siehe Bild oben) auf dem Campusareal der 2021 gegründeten Technischen Universität Nürnberg (UTN) folgt mit seiner hybriden Holzbauweise und einem Erschließungskern in Massivbauweise aus Recyclingbeton dem Leitgedanken der Universität: interdisziplinär, international, digital und nachhaltig. Im Gebäude mit sechs Obergeschoßen (Gebäudeklasse 5) sind Präsidium, Departmentflächen und Teile der Verwaltung untergebracht, insgesamt wird damit Platz und Arbeitsraum für 120 Personen geschaffen. Das Entwurfskonzept lässt flexible Nutzungen zu. Mit Fassadenbegrünung, Photovoltaikanlage und einem hohen energetischen Standard (Passivhaus) kann das Gebäude sparsam betrieben werden (Planung a+r Architekten, Totalunternehmer Gustav Epple Bauunternehmung GmbH).
Das aktuell größte fertiggestellte staatliche Bauvorhaben in Holzbauweise befindet sich auf dem Campus im Olympiapark für die Fakultät der Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München (Planung Arge Dietrich | Untertrifaller Architekten mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten). Besonderheit ist die Dachkonstruktion mit bis zu 30 m Spannweite und rund 18 m Auskragung über der Trainingslaufbahn (Bild).
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut befindet sich im Bau – doch schon jetzt beeindruckt der fünfgeschossige Holzbau mit seiner nachhaltigen Bauweise und der besonderen Aufenthaltsatmosphäre durch das 18 Meter hohe Atrium und die versetzten Galerieebenen. Das Gebäude bietet 100 Arbeitsplätze und ist adressbildend für das „Grüne Zentrum“ Landshut (Planung ArchitekturWerkstatt Vallentin, Ausführung Züblin Timber).
Wohnungsbau
Zeitgemäßer Holzbau wird seit den 1990er Jahren in den Modellvorhaben des Experimentellen Wohnungsbaus der Obersten Baubehörde unter technischen, ökonomischen, ökologischen und architektonischen Kriterien untersucht und als Pilotprojekte im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus realisiert. Solche innovativen Wohnungsbauten entstehen in ganz Bayern.
Der Deutsche Holzbaupreis wurde an die Wohnanlage Ingolstadt-Hollerstauden (St.-Gundekar-Werk, bogevischs büro) verliehen, die sich durch unterschiedliche Wohnformen sowie eine hervorragende, wissenschaftlich belegte Energieeffizienz auszeichnet.
Zuletzt abgeschlossen wurde die energieeffiziente Wohnanlage in Ansbach (Joseph-Stiftung, Deppisch Architekten), die neben zahlreichen anderen Auszeichnungen einen Deutschen Bauherrenpreis und den Nike-Preis des Bundes Deutscher Architekten BDA erhalten hat (Bild).
Holzbauzuschuss
Mit der Einführung der Bayerischen Förderrichtlinie Holz setzt der Freistaat Bayern neue Impulse in der Klimastrategie. Das Bauministerium und das Forstministerium haben gemeinsam das Holzbauförderprogramm entwickelt. Gefördert werden mit 500 Euro Zuschuss je Tonne gespeichertem CO2 klimagerechter Wohnraum sowie Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen der sozialen Infrastruktur.
Die genauen Förderbedingungen und Informationen zur Beantragung finden Sie hier.
Straßenbau
Die Staatsbauverwaltung verfügt über ein breites Anwendungsspektrum. Im Straßenbau kommt Holz als Baustoff im konstruktiven Bereich, etwa bei Lärmschutzwänden, sowie Fußgänger- und Radwegbrücken, in Ausnahmen sogar bei Straßenbrücken zur Verwendung.
Die Holzbrücke bei Hengersberg/Schwarzach über die B 533 überführt einen öffentlichen Feldweg im Zuge der Ortsumgehung. Die Fertigstellung der Brücke ohne Tonnagebeschränkung erfolgte 2011.
